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Start der neuen Vortragsreihe „CDU im Gespräch“

Mercedes-Vorstand Thomas Weber über Automobilindustrie und Klimawandel

Der Klimawandel war das Thema des G-8-Gipfels in Heiligendamm im Juni ebenso wie beim Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe der Stuttgarter CDU. Über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 14. Juni in das Hotel „Le Méridien“ gekommen, um sich aus erster und kompetenter Hand über die „Antworten der Automobilindustrie auf den Klimawandel am Beispiel der DaimlerChrysler AG“ zu informieren.

Kreisvorsitzender Dr. Christoph Palmer zeigte sich hocherfreut über die hervorragende Besucherresonanz und würdigte die besondere Eignung des Veranstaltungsorts, in dem „CDU im Gespräch“ künftig stattfinden soll. Beides versprach eine gelungene Premiere. Christoph Palmer stellte einleitend fest, dass die Klimadebatte die öffentliche Diskussion beherrscht und verwies auf die Medienberichterstattung im Frühjahr 2007, in der die deutsche Automobilindustrie zu Unrecht in die Kritik geraten sei. Mit der Veranstaltung wolle man zur Versachlichung der Diskussion beitragen. Schließlich hätten seit 1990 die deutschen Autos im weltweiten Vergleich ihren Schadstoffausstoß am meisten reduziert. Die deutsche Öffentlichkeit sei einer von Japan und den USA interessengeleiteten Debatte auf den Leim gegangen. Palmer sprach ein Bekenntnis der Stuttgarter CDU zum Automobilindustrie aus und kritisierte den von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg. Der Abschied von dieser CO2-freien Energie sei ihm unverständlich, vor allem vor dem Hintergrund, dass „der Klimawandel das Megathema des 21. Jahrhunderts sein wird“. Dies sei „eine Politik, bei der am deutschen Wesen die Welt genesen sollte - bloß in der Welt hält sich niemand daran“, so Palmer. Als verkehrspolitische Aufgabe für Stuttgart nannte Palmer bei Straßenbauprojekten den „Ringschluss“ mit der Nordostumfahrung der Landeshauptstadt und dem Anschluss des Neckartals an die Filder. „Es ist ein Treppenwitz der alten SPD-geführten Bundesregierung, die B 312 aus dem Bundesverkehrswegeplan herauszunehmen“, so Palmer wörtlich.

Dr. Thomas Weber, Vorstand für Konzernforschung & Entwicklung der Mercedes Car Group, nannte die aktuelle CO2-Diskussion „etwas schizophren“: Einerseits wünschten sich die Autokäufer mehr Power, andererseits bestehe der Wunsch nach Ökologie. Außerdem sei CO2 nur eine von mehreren Facetten des vom Automobil verursachten Emissionsthemas. Weber belegte mit harten Fakten die Anstrengungen der Unternehmen zur Verbesserung der Umweltqualität des Autos: pro Jahr investiere die deutsche Automobilindustrie 16 Mrd. € zur Reduzierung von Emisssion; darunter allein 5 Mrd. € durch die DaimlerChrysler AG und dabei 1,4 Mrd. € durch die Mercedes Group“.  „Das Thema wird von der Automobilindustrie ernst genommen“, schloss Weber. Er stellte die CO2-Frage in den Gesamtzusammenhang: Von den durch den Menschen verursachten CO2-Emissionen stammen 45 % aus Kraftwerken, 8 % aus Privathaushalten, 18 % aus der Industrie und 24 % aus dem Verkehr, davon die Hälfte - also 12 % - aus dem Pkw-Verkehr. Außerdem kommen 30 % der globalen Emissionen aus Europa und 70 % aus der restlichen Welt, in der die Umweltdiskussion ganz anders laufe als bei uns: „In den USA und in China zählt nur das Wachstum; Europa ist der Vorreiter der Bewegung beim Klimawandel“, betonte Weber. Der CO2-Ausstoß aller europäischen Fahrzeuge ist im Flottenschnitt seit 1997 um 14 % gesunken und ist niedriger als bei den in Europa verkauften japanischen und koreanischen Fahrzeugen. Gleichwohl sei der Zielwert von 140 g CO2/km bis zum Jahr 2008 schwer zu erreichen; allerdings peile die europäische Automobilindustrie die 120-g-Marke im Jahr 2012 an.

Weber verwies nachdrücklich auf die Erfolge seines Unternehmens: 38 % der Mercedes-Pkw verbrauchen unter 6,5 l/ 100 km, jeder 5. Mercedes gehört zur Kategorie der „Fünf-Liter-Autos“, und der Smart ist mit 88 g CO2/km CO2-Weltmeister. „Dennoch wird bei uns nur über den Prius diskutiert“, hob Weber hervor. Weber nannte als „Roadmap für nachhaltige Mobilität“ drei Schwerpunkte: zunächst effiziente Fahrzeuge mit effizienten Antrieben mit und ohne Hybrid-Option, dann hochwertige und alternative Kraftstoffe und schließlich die Brennstoffzellentechnologie. Er nannte dabei einige konkrete Beispiele aus der Unternehmenspraxis bei DaimlerChrysler und Mercedes: Durch die innovative BLUETEC-Technologie werden Dieselmotoren noch sauberer, die Hybridtechnologie wird von DaimlerChrysler seit 20 Jahren gebaut und findet in Stadtbussen ebenso Anwendung wie im saubersten Leicht-Lkw der Welt, der aus diesem Unternehmen stammt. Auch mit der Brennstoffzelle werden seit Jahren Erfahrungen gemacht, etwa mit den Citaro-Bussen, die auch schon in Stuttgart zum Einsatz kamen.

Neben technologischen Aspekten nannte Weber auch die Ausgestaltung der Infrastruktur durch Verkehrsleitsysteme und Navigationssysteme sowie den Straßenbau, etwa, um die Streckenüberlastung im Großraum Stuttgart zu bewältigen. Und natürlich auch Stuttgart 21: „Auch ein Automobilunternehmen bekennt sich klar zu diesem Projekt“, betonte Weber abschließend.

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und Christoph Palmer lobten das Standortbekenntnis des global ausgerichteten Unternehmens zu seinem Heimatstandort Stuttgart. Der anhaltende Beifall für den Referenten sowie die ausführliche und engagierte Diskussion im Anschluss an den Vortrag belegten, dass dieser Auftakt zur neuen Veranstaltungsreihe der Stuttgarter CDU ein voller Erfolg war.